Verkehrsforum

Verkehrsverbindungen im Textilviertel - Diskussion der Bürgeraktion mit städtischen Vertretern

Am 21. Juli lud die Bürgeraktion Textilviertel e.V. den Stadtbaurat Gerd Merkle und den Verkehrsplanungschef der Stadtwerke Dr. Arno Ruile zu einer Befragung über die Verkehrsplanung im Textilviertel ein. In der Rudolf-Steiner-Schule kamen etwa 50 Interessierte zusammen, um sich informieren zu lassen und ihre Besorgnisse kundzutun. Herr Merkle skizzierte zu Beginn die Gesamtverkehrsplanung in Augsburg als Rahmen für das Textilviertel. Der Bau der Straßenbahnlinie 6 und der Königsplatzumbau sind Teil der Mobilitätsdrehscheibe, die in Augsburg eine moderne auf Bahn und öffentlichen Nahverkehr gestützte Mobilität ermöglichen soll. Die Inbetriebnahme der Linie 6 verändert aber die Busanbindungen im Textilviertel grundlegend, wie anschließend Herr Ruile aufzeigte.

Die Darstellungen führten schon bald zu Wortmeldungen der Zuhörer, die teilweise sofort, teilweise im anschließenden Gespräch beantwortet wurden. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Bewohner aus dem Kern des Textilviertels nur mehr mit Umsteigen in die Innenstadt gelangen können. Zum Moritzplatz und in die Maximilianstraße wird man sogar zweimal umsteigen müssen. Zusätzlich wurde die Befürchtung geäußert, dass der geplante 30-Minuten-Takt der Linie 33 keine ansprechende Alternative zum Auto darstellt. Auch die für manche weite Fußentfernung zu den Straßenbahnhaltestellen wurde in emotional geprägten Beiträgen beklagt. Der Vereinsvorsitzende Christoph Mößbauer, der den Abend moderierte, versuchte, die Gefühle zu bremsen und weitere Themen einzubeziehen. So zum Beispiel die nur stückhaft vorhandenen Radwegverbindungen, die durch die vielfache Mischung mit dem Fußverkehr keine angemessen schnelle Alternative für einen Berufsverkehr darstellen. Als wichtiges Problem im Textilviertel stellte sich in der Diskussion schnell die Argon- bzw. Fichtelbachstraße heraus, die sich zu einer zentralen Schleichverbindung entwickelt hat. Der Autoverkehr dort stellt für Anwohner, Radfahrer und Fußgänger eine unzumutbare und gefährliche Belastung dar.

Am Ende der zweieinhalbstündigen Veranstaltung wies Herr Schneider von der SPD-Fraktion noch auf den durch den Königsplatzumbau zunehmenden Verkehr in der Forsterstraße und im Graben hin. Frau Leipprand von der Grünen-Fraktion rückte das Augenmerk aber auch auf die Verbesserungen zum Beispiel in den zukünftigen Grünverbindungen im Viertel. Sie resümierte, dass es durch die Veränderungen Gewinner und Verlierer gebe. Dem stimmte Herr Uhl von der CSU-Fraktion zu und bot noch einen Ortstermin in der Fichtelbachstraße an.

Herr Mößbauer bedauerte zum Schluss, dass bei weitem nicht alle Wortmeldungen berücksichtigt werden konnten und lud dazu ein, als Mitglied der Bürgeraktion weiter auf Verbesserungen zu drängen und neue Entwicklungen zu beeinflussen.

(mö, 25.7.10)